Astronaut Farmer

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Astronaut Farmer

Beitrag  Anja am Sa Jan 05 2008, 17:11

Ah, der American Dream. Zahllose US-Bürger träumen ihn jeden Tag, den Traum von Ruhm, Geld, oder einfach von der Selbstverwirklichung.
Doch was, wenn jemand mal wirklich alles riskiert, um diesen vagen Traum in die Realität umzusetzen?



Billy Bob Thornton spielt einen Farmer namens Farmer - keine Angst, die Parallelen zu Schwerter des Königs enden hier - der vor vielen Jahren aus dem Astronauten-Trainingsprogramm der NASA ausstieg, um die Farm seines Vaters zu retten. Seitdem riskiert er diese aufs Neue, indem er ein halbes Dutzend Hypotheken aufnimmt, um in der Scheune eine Rakete zu bauen.
Seine Familie spielt erstaunlicherweise mit, doch langsam rückt ihm die Bank auf die Pelle, und als er versucht, sich fünf Tonnen Raketentreibstoff zu beschaffen, wird auch noch das FBI auf ihn aufmerksam.

Die Brüder Polish hatten ebenfalls einen Traum: Einen guten und unterhaltsamen Film aus einer völlig beknackten Prämisse zu konstruieren.
Ob es geklappt hat, hängt so sehr wie selten von der Fähigkeit des Zuschauers ab, seinen Kopf abzuschalten. Astronaut Farmer ist im Positiven wie im Negativen ein Märchenfilm, von der Grundidee über die völlige Missachtung jeglicher Physik bis hin zu den Figuren - dass eine Familie wieder und wieder den finanziellen Ruin heraufbeschwört, nur um Papa einen Gefallen zu tun, ist fast noch unglaublicher als die Idee, die Welt in einem Behälter zu umrunden, der aussieht wie Homers Schweinesilo aus dem Simpsons-Film.


Dass die Polishs mit ihrer völlig unreflektierten Erzählung auch nur halbwegs durchkommen, ist alleine den Schauspielern zu verdanken. Billy Bob Thorntons Farmer wirkt am Ende seiner Kräfte. Das Risiko, dem er seine Familie aussetzt, ist für ihn allgegenwärtig. Nur so schafft er es, trotz seiner unvorstellbar egoistischen Handlungen sympathisch zu bleiben. Virginia Madsen legt eine wie gewohnt bezaubernde Vorstellung als Farmers Frau Audie hin, die für jedes Jahr, das sie ihrem Fitzcarraldo beisteht, aufs Neue heilig gesprochen werden sollte.

Jenseits der reinen Träumerei bietet der Film wenig. Ein bisschen Kritik an der Bürokratie hier, ein folgenloser Gastauftritt von Bruce Willis dort. Keine Beleidigung eines jeden denkenden Menschen wie jüngst Klang des Herzens, doch auf ein wenig Melodrama und eine gesunde Portion Pathos sollte sich der geneigte Kinogänger schon einstellen.
Wer sich für 100 Minuten von allem verabschieden kann, was ihn Schule und Leben gelehrt haben, erlebt eine rührende Geschichte über das, was möglich ist, wenn man an seinen Träumen festhält.
Für den Rest startet im Saal nebenan Eastern Promises.

Astronaut Farmer
Drama USA, 2007

Kinostart: 27.12.2007

FSK: Ab 6 Jahren





[Quelle: Moviegod.de]
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Anja
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Re: Astronaut Farmer

Beitrag  Annett am Di Apr 01 2008, 19:45

Hat jemand ne Ahnung warum der DVD Start ständig verschoben wird? Der Film soll ziemlich kitschig sein und Bruce wird noch nicht mal im Abspann erwähnt, aber würde ihn mir doch mal gern anschauen.
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Annett
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